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Phishing

Fake-Shops vor Black Friday erkennen: Sicher online kaufen und bezahlen

Fake-Shops vor Black Friday erkennen: Mit dem 60-Sekunden-Check kaufst und bezahlst du online sicherer.

Fake-Shops vor Black Friday erkennen: Sicher online kaufen und bezahlen
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / nowpass
Infografik: Fake-Shops vor Black Friday erkennen: Sicher online kaufen und bezahlen
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / nowpass

Es ist Freitagabend, du siehst kurz vor Black Friday ein vermeintliches Schnäppchen für Kopfhörer, Werkzeug oder einen Kaffeevollautomaten. Der Preis liegt deutlich unter dem üblichen Niveau, der Countdown läuft und der Shop verspricht Lieferung innerhalb weniger Tage. Genau in diesem Moment lohnt sich eine Minute Pause. Denn viele Fake-Shops wirken auf den ersten Blick professionell, haben schöne Produktfotos und sogar angebliche Bewertungen.

Fake-Shops wollen meist vor allem eines: dein Geld, deine Zahlungsdaten oder deine persönlichen Angaben. Manche liefern nie, andere verschicken minderwertige Ware. Besonders auffällig werden sie rund um Rabattaktionen wie Black Friday, wenn viele Menschen schnell entscheiden und Angebote vergleichen.

Mit diesem 60-Sekunden-Check kannst du viele unseriöse Shops erkennen, bevor du bestellst.

Der 60-Sekunden-Check vor dem Kauf

Du musst nicht jede Seite technisch untersuchen. Prüfe stattdessen diese fünf Punkte in Ruhe. Wenn mehrere davon auffällig sind, kaufe besser nicht.

1. Die Shop-Adresse genau ansehen

Schau zuerst in die Adresszeile deines Browsers. Passt die Internetadresse wirklich zum Shopnamen und zur Marke?

Typische Warnzeichen sind:

  • Der Name wirkt fast richtig, enthält aber zusätzliche Wörter, Zahlen oder ungewöhnliche Buchstaben.
  • Die Adresse endet auf einer Domain, die nicht zum angeblichen Unternehmen passt.
  • Du bist über eine Anzeige, einen Social-Media-Post oder eine Werbe-E-Mail direkt auf der Seite gelandet und hast den Shop vorher nie gesehen.
  • Die Seite hat eine lange, unverständliche Adresse oder leitet dich mehrfach weiter.

Ein Schloss-Symbol im Browser bedeutet nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Es beweist nicht, dass der Shop seriös ist. Auch Betrüger können verschlüsselte Webseiten betreiben.

Öffne bei bekannten Marken lieber selbst eine neue Browserseite und gib die Adresse ein oder suche den Händler gezielt. Klicke nicht blind auf Links aus E-Mails, Messenger-Nachrichten oder Anzeigen. Das gilt besonders, wenn eine Nachricht mit angeblich letzten Restbeständen oder extremen Rabatten Druck macht. Mehr typische Täuschungen findest du auch im Beitrag Phishing erkennen: die häufigsten Maschen und wie du sie durchschaust.

2. Impressum und Kontakt prüfen

Ein Shop, der an deutsche Kundinnen und Kunden verkauft, sollte klare Angaben zum Unternehmen machen. Suche nach einem Impressum, nach Kontaktmöglichkeiten und nach Informationen zu Rückgabe, Versand und Widerruf.

Prüfe dabei nicht nur, ob ein Link mit der Bezeichnung „Impressum“ vorhanden ist. Lies die Angaben kurz durch:

  • Gibt es einen nachvollziehbaren Unternehmensnamen und eine vollständige Anschrift?
  • Ist eine Kontaktmöglichkeit vorhanden, die nicht nur aus einem Kontaktformular besteht?
  • Passen Firmenname, E-Mail-Adresse und Internetadresse zusammen?
  • Wirken Texte unvollständig, schlecht übersetzt oder widersprüchlich?
  • Ist die Adresse bei einer Suche plausibel oder führt sie etwa zu einem Wohnhaus, einem leeren Grundstück oder einem ganz anderen Unternehmen?

Ein fehlendes oder offensichtlich falsches Impressum ist ein starkes Warnsignal. Aber auch ein vorhandenes Impressum ist kein endgültiger Beweis. Betrüger kopieren reale Firmendaten. Deshalb solltest du Firmenname, Adresse und Telefonnummer immer unabhängig suchen, statt nur den Angaben auf der Shopseite zu vertrauen.

3. Preise realistisch einordnen

Ein niedriger Preis ist nicht automatisch Betrug. Gerade vor Black Friday gibt es echte Angebote. Misstrauisch solltest du aber werden, wenn ein gefragtes Produkt plötzlich viel günstiger ist als bei allen bekannten Händlern.

Vergleiche den Preis mit mehreren seriösen Shops. Achte außerdem auf diese Muster:

  • Fast alle Produkte sind extrem reduziert.
  • Seltene oder ausverkaufte Artikel sind angeblich unbegrenzt verfügbar.
  • Der Rabatt wird mit einem ständig ablaufenden Countdown unter Druck gesetzt.
  • Die Produktbeschreibung ist sehr kurz, widersprüchlich oder offenbar kopiert.
  • Es fehlen Angaben zu Lieferzeit, Rückgabe oder Versandkosten.

Ein gutes Angebot darfst du kaufen. Lass dich nur nicht dazu bringen, innerhalb von Sekunden zu zahlen, weil ein Banner behauptet, dass noch „2 Artikel verfügbar“ seien. Solche Hinweise können echt sein, werden aber oft als Verkaufstrick eingesetzt.

Zahlungsarten richtig bewerten

Die angebotenen Zahlungsarten verraten viel über das Risiko. Ein seriöser Shop bietet meist mehrere nachvollziehbare Möglichkeiten an. Das ist keine Garantie, aber ein hilfreicher Hinweis.

Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn ausschließlich Vorkasse per Überweisung angeboten wird. Nach einer Überweisung ist es oft schwierig, Geld zurückzuholen. Auch Zahlungen per Kryptowährung, Gutscheinkarten oder direkten Zahlungslinks in E-Mails sind für einen normalen Onlineshop ungewöhnlich und riskant.

Bei Kreditkarte, Lastschrift oder Bezahldiensten hast du je nach Fall eher Möglichkeiten, eine unberechtigte oder nicht erfüllte Zahlung zu melden. Verlass dich aber nicht allein darauf. Prüfe den Shop trotzdem vorher.

Gib Zahlungsdaten nur auf einer Seite ein, deren Adresse du kontrolliert hast. Wenn plötzlich ein unbekanntes Formular erscheint oder du zur Zahlung auf eine andere, seltsam benannte Webseite springst, brich ab. Speichere keine Kreditkartendaten in einem Shop, den du nur einmal nutzen willst.

Bewertungen: unabhängig suchen, nicht nur lesen

Viele Fake-Shops zeigen auf ihrer eigenen Seite Sterne, Kundenzitate und angebliche Auszeichnungen. Das kann echt sein, muss es aber nicht. Solche Elemente lassen sich leicht kopieren oder selbst erstellen.

Suche deshalb unabhängig nach dem Shopnamen, der Internetadresse und Begriffen wie „Erfahrung“, „Betrug“ oder „Bewertung“. Achte auf wiederkehrende Beschwerden, etwa über ausbleibende Lieferungen, nicht erreichbaren Support oder falsche Ware.

Bewertungen helfen vor allem dann, wenn sie detailliert, zeitlich verteilt und nachvollziehbar wirken. Misstrauisch machen sollten dich:

  • Viele fast gleich formulierte Fünf-Sterne-Bewertungen.
  • Ausschließlich sehr neue Bewertungen innerhalb weniger Tage.
  • Bewertungen, die nur allgemein „Super Shop“ oder „Top Ware“ schreiben.
  • Positive Bewertungen auf der Shopseite, aber deutliche Warnungen bei unabhängigen Suchen.
  • Ein Shop, der angeblich seit Jahren besteht, zu dem sich außerhalb seiner Webseite aber kaum etwas finden lässt.

Bewertungen allein entscheiden nicht über Seriosität. Sie ergänzen die anderen Prüfungen.

Wenn du schon bezahlt hast

Du hast erst nach der Bestellung ein ungutes Gefühl bekommen? Dann handle zügig, aber ohne Panik. Nicht jeder unbekannte Shop ist ein Fake-Shop. Trotzdem solltest du die Situation sichern und deine Zahlungsart nutzen.

Mache zuerst Screenshots von der Shopseite, dem Produkt, der Bestellbestätigung, dem Impressum und der Zahlung. Notiere dir die Internetadresse, Bestellnummer, den Betrag sowie Datum und Uhrzeit. Diese Informationen helfen bei Rückfragen mit Bank, Zahlungsdienst oder Polizei.

Danach richtet sich der nächste Schritt nach der Zahlungsart:

  • Bei Kreditkarte wende dich schnell an dein Kreditkartenunternehmen oder deine Bank. Frage, wie du die Zahlung prüfen oder beanstanden kannst.
  • Bei Lastschrift kontaktiere deine Bank und kläre, welche Möglichkeiten in deinem Fall bestehen.
  • Bei einem Bezahldienst eröffne über dessen offizielle App oder Webseite einen Fall. Nutze keine Links aus einer E-Mail, die angeblich vom Bezahldienst stammt.
  • Bei Überweisung rufe deine Bank so schnell wie möglich an. Ein Stopp ist nicht immer möglich, aber frühes Handeln kann entscheidend sein.
  • Bei Zahlung über einen Marktplatz melde den Vorgang zusätzlich direkt beim Marktplatz.

Antworte nicht auf angebliche Support-Mails, die nun weitere Gebühren, Zollkosten oder eine erneute Zahlung verlangen. Das kann ein zweiter Betrugsversuch sein. Prüfe außerdem dein Bankkonto und deine Kartenumsätze in den kommenden Wochen.

Hast du bei dem Shop ein Passwort vergeben, das du auch anderswo verwendest, ändere es sofort bei allen betroffenen Konten. Nutze künftig für jeden Zugang ein eigenes Passwort. Dabei hilft ein Passwort-Manager, wie im Beitrag Passwort-Manager einrichten: der komplette Umstieg in einer Stunde beschrieben. Sichere wichtige Konten zusätzlich mit Zwei-Faktor-Authentifizierung. Warum das gerade nach einem Passwortdiebstahl wichtig ist, erklärt Zwei-Faktor-Authentifizierung, der wichtigste Schutz nach dem Passwort.

Diese kurze Routine schützt dich vor dem nächsten Kauf

Bevor du bei einem unbekannten Shop bestellst, halte kurz inne:

  • Adresse des Shops selbst prüfen
  • Impressum und Kontakt unabhängig kontrollieren
  • Preis mit mehreren Händlern vergleichen
  • Zahlungsarten kritisch ansehen
  • Bewertungen außerhalb des Shops suchen
  • Bei zwei oder mehr Warnzeichen nicht kaufen

Wenn du unsicher bist, ist Abbrechen keine verpasste Chance, sondern eine gute Entscheidung. Ein Angebot kann wiederkommen. Überwiesenes Geld oder missbrauchte Zahlungsdaten zurückzuholen, kostet dagegen oft viel Zeit.

Für kleine Unternehmen gilt derselbe Grundsatz besonders bei Bestellungen auf Rechnung oder bei E-Rechnungen. Auch dort können gefälschte Händler und Zahlungsaufforderungen auftauchen. Hinweise dazu findest du in Gefälschte E-Rechnungen erkennen: So prüfen kleine Unternehmen E-Mails sicher.

Wer Sicherheitsrisiken im Arbeitsalltag systematisch verstehen möchte, findet passende Seminare bei cmt.de.

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