Zugangsdaten aus Onlineshop-Lecks tauchen wieder auf
Immer wieder geraten Zugangsdaten aus früheren Onlineshop-Lecks neu in Umlauf. Warum das gefährlich bleibt und wie du deine Konten absicherst.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / nowpass
In unregelmäßigen Abständen berichten Sicherheitsforscher, dass Zugangsdaten aus älteren Onlineshop-Lecks erneut in einschlägigen Foren auftauchen. Solche Datensätze werden neu zusammengestellt, gehandelt und automatisiert weiterverwendet. Auch wenn die zugrunde liegenden Vorfälle teils Jahre zurückliegen, bleibt die Gefahr aktuell.
Was Shop-Konten besonders heikel macht
Bei einem Onlineshop steht oft mehr im Konto als nur ein Login. Hinterlegt sind häufig deine Lieferadresse, deine Bestellhistorie und teils sogar Zahlungsdaten wie eine gespeicherte Kreditkarte oder ein verknüpftes Bezahlkonto. Verschafft sich jemand Zugriff, bekommt er also nicht nur ein Passwort, sondern ein fertiges Profil aus Adresse, Einkäufen und Zahlungsweg. Genau das macht ein gekapertes Shop-Konto wertvoller als viele andere Zugänge.
Dass alte Zugangsdaten überhaupt wieder funktionieren, liegt am Wiederverwenden von Passwörtern: Ein einziger alter Datensatz öffnet gleich mehrere aktuelle Konten, wenn du dieselbe Kombination mehrfach nutzt. Wie diese automatisierte Masche im Detail abläuft, steht in Erneute Credential-Stuffing-Welle.
Was du konkret tun solltest
- Prüfe, ob deine Adresse betroffen ist. Ein schneller Selbsttest hilft, sich einen Überblick zu verschaffen: Prüfe in zwei Minuten, ob deine Daten geleakt sind.
- Entferne gespeicherte Zahlungsdaten. Lösche hinterlegte Kreditkarten und verknüpfte Bezahlkonten bei Shops, die du nur selten nutzt. Beim nächsten Einkauf gibst du sie einfach neu ein.
- Lösche Shop-Konten, die du nicht mehr brauchst. Was es nicht mehr gibt, kann auch nicht geleakt werden. Und wo es möglich ist, bestell als Gast, statt für einen einzigen Kauf ein dauerhaftes Konto samt gespeicherter Daten anzulegen.
- Vergib für jedes Konto ein eigenes Passwort. Das begrenzt jedes Leck auf einen einzigen Dienst. Die Umsetzung: Sichere Passwörter erstellen.
Die richtige Reihenfolge im Ernstfall
Wenn du merkst, dass eines deiner Konten betroffen ist, kommt es auf die richtige Reihenfolge an: erst das betroffene Passwort, dann alle Kopien davon, zuerst E-Mail und Bezahldienste, dazu ein zweiter Faktor. Die vollständige Anleitung findest du in Dein Konto in einem Datenleck?.
Datenlecks bei Shops kannst du nicht verhindern, denn sie passieren beim Anbieter. Aber mit einzigartigen Passwörtern, sparsam hinterlegten Zahlungsdaten und gelöschten Altkonten entscheidest du selbst, wie viel ein solcher Vorfall bei dir überhaupt noch anrichten kann.