Datenschutz
Dein Konto in einem Datenleck? Diese Schritte helfen sofort
Eine klare Reihenfolge für den Ernstfall: welches Passwort du zuerst änderst, wie du weiteren Schaden stoppst und woran du erkennst, ob dein Konto schon übernommen wurde.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / nowpass
Früher oder später steht in deinem Postfach oder in einer Warnung deines Passwort-Managers: Deine Zugangsdaten sind in einem Datenleck aufgetaucht. Das ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Entscheidend ist, was du in den nächsten Minuten tust und in welcher Reihenfolge. Diese Anleitung führt dich durch den Ernstfall.
Was ein Datenleck überhaupt bedeutet
Bei einem Datenleck gelangen Zugangsdaten aus einem Dienst nach außen, meist eine E-Mail-Adresse zusammen mit einem Passwort. Diese Listen werden gehandelt und automatisiert gegen andere Dienste ausprobiert. Der Fachbegriff dafür ist Credential Stuffing: Angreifer setzen darauf, dass Menschen dasselbe Passwort mehrfach verwenden. Genau deshalb ist ein Leck bei einem einzigen Dienst ein Risiko für viele deiner Konten.
Das erklärt auch die wichtigste Regel für den Ernstfall: Es geht nicht nur um das eine betroffene Konto, sondern um jedes Konto mit demselben Passwort.
Sofort: die richtige Reihenfolge
- Ändere das Passwort des betroffenen Kontos. Nimm ein langes, einzigartiges Passwort, das du nirgends sonst nutzt.
- Ändere dasselbe Passwort überall dort, wo du es wiederverwendet hast. Das ist der eigentlich wichtige Schritt. Ein Passwort-Manager zeigt dir, wo überall dieselbe Kombination liegt.
- Zuerst die E-Mail. Ist die E-Mail-Adresse betroffen, über die du andere Konten zurücksetzt, hat sie oberste Priorität. Wer deine E-Mail kontrolliert, kann fast alles andere übernehmen.
- Dann Banking und Bezahldienste, danach Shops mit gespeicherten Zahlungsdaten.
Wenn du dafür noch keinen Passwort-Manager nutzt, ist jetzt der beste Zeitpunkt. Er erzeugt die neuen Passwörter und macht Wiederverwendung künftig unmöglich. Die Einrichtung dauert kaum länger als eine Stunde: Passwort-Manager einrichten.
Zweiten Faktor aktivieren
Ein zweiter Faktor entwertet ein gestohlenes Passwort. Selbst wenn deine Zugangsdaten im Umlauf sind, kommt ohne den Code aus deiner App niemand hinein. Aktiviere ihn beim betroffenen Konto und bei allen wichtigen anderen. Die Schritte stehen in Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Ein Hinweis: Ein zweiter Faktor per App ist einem per SMS vorzuziehen, weil sich SMS-Codes unter Umständen abfangen lassen. Für die meisten Konten ist die App die richtige Wahl.
Prüfen, ob dein Konto bereits übernommen wurde
Sieh dir das betroffene Konto genau an. Warnsignale sind:
- Anmeldungen, die du nicht kennst, an ungewohnten Orten oder Zeiten. Viele Dienste führen darüber eine Liste in den Sicherheitseinstellungen.
- E-Mail-Weiterleitungen oder Regeln, die du nicht eingerichtet hast. Angreifer legen sie an, um mitzulesen oder Rücksetz-Mails abzufangen.
- Geänderte Wiederherstellungsdaten, also eine fremde Telefonnummer oder Zweit-Adresse im Konto.
- Nachrichten oder Bestellungen, die nicht von dir stammen.
Findest du so etwas, entferne fremde Weiterleitungen und Regeln, prüfe die hinterlegten Wiederherstellungsdaten und melde bei allen Geräten ab, wenn der Dienst das anbietet.
Wenn Zahlungsdaten betroffen sind
Waren Kreditkarten- oder Kontodaten Teil des Lecks, beobachte deine Abrechnungen aufmerksam. Bei verdächtigen Buchungen wende dich an deine Bank und lass die Karte im Zweifel sperren. Reagiere nur über die offiziellen Kontaktwege deiner Bank, niemals über Links oder Nummern aus einer Warn-Mail, denn solche Nachrichten sind selbst oft gefälscht.
Vorbeugen: damit das nächste Leck dich kalt lässt
Datenlecks bei Diensten kannst du nicht verhindern, denn sie passieren bei den Anbietern. Was du steuern kannst, ist ihr Schaden für dich:
- Für jedes Konto ein eigenes Passwort. Dann bleibt ein Leck auf genau einen Dienst begrenzt.
- Überall zweiter Faktor, wo es wichtig ist.
- Regelmäßig prüfen, ob deine Adresse in bekannten Lecks auftaucht. Wie das in zwei Minuten geht, zeigt Prüfe in zwei Minuten, ob deine Daten geleakt sind.
Ein Datenleck ist unangenehm, aber beherrschbar. Wenn deine Passwörter einzigartig sind und deine wichtigen Konten einen zweiten Faktor haben, ist die nächste Warnung nur noch eine Kleinigkeit, die du in ein paar Minuten erledigst.